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August 2009
HOAI 2009

Am 18.08.2009 ist die neue HOAI in Kraft getreten.

 

Die neue HOAI enthält höhere Honorarsätze, sieht andere Wege der Honorarermittlung vor und führt in Teilbereichen zu einer Deregulierung. Unter anderem gilt künftig:

 

     a) Die HOAI gilt nur noch für Architekten und Ingenieure mit Sitz im Inland.

 

     b) Mindest- und Höchstsätze gibt es nur noch für Flächenplanung,
         Objektplanung und Fachplanung (Tragwerksplanung,
         Technische Ausrüstung).

 

     c) Die Honorarsätze werden um 10 % angehoben.

 

     d) Die anrechenbaren Kosten bestimmen sichnur noch nach der
         Kostenberechnung,
nicht mehr nach Kostenanschlag oder
         Kostenfeststellung. Die Parteien können in einem frühen Stadium eine
         Baukostenvereinbarung über die anrechenbaren Kosten treffen.

 

     e) Die Honorare für Beratungsleistungen und für Besondere Leistungen
         können frei vereinbart werden. Hierfür enthält die neue HOAI
         unverbindliche Bestimmungen.

 

     f) Bei Umbauten und Modernisierungen entfällt die Anrechnung vorhandener
         Bausubstanz. Stattdessen kann ein Umbauzuschlag von bis zu 80 %
         vereinbart werden.

 

     g) Für Kostenunterschreitungen kann ein Erfolgshonorar von bis zu 20 % des
         Honorars vereinbart werden, für Kostenüberschreitungen ein Malus-
         Honorar
von bis zu 5 %.

 

     h) Es gibt keine verbindlichen Stundensätze mehr.

 

Die neue HOAI gilt für alle Verträge, die ab dem Inkrafttreten am 18. August 2009 geschlossen worden sind. Wichtig ist für Ihre Vertragspraxis vor allem :

 

     1. Das Honorar muss gemäß neuer HOAI vereinbart werden. Die Leistungs-
         und Honorarregelungen in den von Ihnen verwendeten
         Vertragsbedingungen für Architekten- und Ingenieurverträge sind an die
         neue HOAI anzupassen.

 

     2. Für Auftraggeber besteht künftig das Risiko, dass eine aufwendige
         Entwurfsplanung zu hohen anrechenbaren Kosten führt, die für das
         gesamte Honorar maßgebend sind. Deshalb ist es wichtig, von vornherein
         ein festes Baukostenbudget zu vereinbaren.

 

     3. In der Übergangszeit muss sorgfältig geprüft werden, ob die alte oder die
         neue HOAI gilt. Maßgebend ist der Zeitpunkt des Abschlusses des
         Architekten- oder Ingenieurvertrages.
Dies kann bereits vor
         Vertragsunterzeichnung der Fall sein, wenn der Auftragnehmer
         einvernehmlich mit der Planung begonnen hat.

 

Diese allgemeinen Informationen ersetzen nicht eine rechtliche Beratung im Einzelfall.

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns bitte gerne an.

 

Dr. Eckart Putzier

Putzier - Rechtsanwälte und Notar

 

Berlin, im August 2009

 
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